Indien Teil 23 Vor der Abreise

Lesezeit: 6 Minuten


Auf vielfachen Wunsch von Karin  🙂 gibt es diesmal vor dem eigentlichen Artikel ein

Weihnachts-Special

Ich habe mir lange überlegt, wie ich meinen Leserinnen und Lesern eine besondere Freude machen könnte. In YouTube habe ich es dann gefunden. Ich zeige Euch, wie man in Goa ein Omelett macht.

Der junge Mann hat übrigens, so wie wir auch, einen Kerosinkocher mit Vorratstank, wir hatten nur das einfache Modell ohne Tank.

Bemerkenswert ist der Lappen, an dem er sich  die Hände “sauber” macht und der ständige Griff in die Kasse. Genau so und nicht viel anders darf man es sich im Jahr 1983 vorstellen, wenn ich schreibe, dass wir zum Essen gehen.


Ein zusätzliches Schmankerl ist das Rezept für unseren Curry-Eintopf.

In Ermangelung eines Herdes, waren wir darauf angewiesen in einem einzigen Topf auf dem Kerosinkocher unsere Mahlzeiten zuzubereiten. Not macht erfinderisch, so entstand dieses, von uns frei erfundene Gericht.

Rezept für Curry-Eintopf

 

Zutaten für 2 Personen:

4 grosse Süsskarfoffeln

4 grüne Paprika (in der Schweiz Peperoni genannt)

1 kleine Zwiebel

2 Knoblauchzehen

2 TL scharfes Currypulver

Salz

Lemon Pickles dazu

Was ist Curry?

“Die Zusammensetzung von Currypulver variiert; es besteht je nach Zubereitung aus etwa dreizehn verschiedenen Komponenten. Manche Gewürze finden sich jedoch in den meisten Currymischungen wieder, vor allem Kurkuma, das dem Currypulver seine charakteristische Farbe gibt. Außerdem in vielen Mischungen enthalten sind Koriander, Kreuzkümmel, schwarzer Pfeffer und Bockshornklee. Diese Gewürze prägen auch den typischen Geschmack. Zudem gibt es von Mischung zu Mischung unterschiedliche Gewürze, die beigemengt werden, wie Ingwerpulver, Knoblauchpulver, Asafoetida, Fenchel, Zimt, Nelken, grüner Kardamom, schwarzer Kardamom, Senfkörner, Muskatnuss, Muskatblüte, Paprikapulver, Cayennepfeffer oder langer Pfeffer. Es gibt auch das sogenannte Madras-Currypulver, in dem oft mehr Chilipulver enthalten ist.” Quelle Wikipedia

grinding-spices Quelle: http://www.pickles-and-spices.com/methods-of-grinding-spices.html
grinding-spices Quelle: http://www.pickles-and-spices.com/methods-of-grinding-spices.html

In Indien wird Curry in der Regel immer aus frischen Gewürzen hergestellt und von Hand gemahlen.

Wir haben uns fertiges Currypulver auf dem Markt gekauft. Auch davon gibt es mindestens 10 Sorten. Je gelber das Pulver ist, desto mehr Kurkuma ist enthalten und desto milder ist das Curry.

 

trs-scharfes-currypulver-aus-madras.jpg

Wir verwenden für unser Rezept dieses sehr scharfe Currypulver (noch heute ist es fester Bestandteil meiner Küchenvorräte).

 

 

 

 

Zubereitung

Die Süsskartoffeln werden geschält und in ca 3 cm grosse Würfel geschnitten. Die Paprika werden in Streifen (ca 1cm) geschnitten.

Die feingeschnittene Zwiebel mit dem Kokosfett (ca 1 EL) zusammen mit dem Currypulver im Topf erhitzen  bis die Zwiebel glasig ist.

Jetzt Kartoffeln und Paprika hinzugeben und mit Wasser (gefiltert) ablöschen. Auffüllen mit Wasser bis alles gut bedeckt ist; Deckel drauf.

Knoblauch klein schneiden und

kurz bevor die Kartoffeln weich sind, den Knoblauch hinzugeben.

Salz ca 1/2 TL hinzugeben und  abschmecken, fertig!

Das Ganze auf 2 Teller verteilen.

 

Patanjali_Lemon_Pickle
Patanjali_Lemon_Pickle

Wir haben dazu immer noch Lemon Pickles gegessen (Achtung sehr sehr sehr scharf!)

 

Guten Appetit!

 

Und jetzt geht es zum heutigen Beitrag.

 





Vor der Abreise

Wir besuchen den Deutschen.

Er wohnt in auch einem schönen Haus, so wie der Schweizer, er ist aber nicht ganz so borniert wie der, hat aber genauso einen Stapel an Reisepässen aller Nationen, die alle ein Bild von ihm haben, jedoch mit unterschiedlichen  Namen. Das überrascht uns nicht mehr und so bleiben wir auch relativ cool, als er uns erzählt, was er hier in Goa so treibt.  Er kauft indische Handwerkskunst, Räucherstäbchen, Seidentücher etc. hier  ein und beliefert Läden in Deutschland und der Schweiz, welche indische Sachen anbieten.   Ich frage ihn nach den Schachspielen, die ich zuvor in einem Laden gesehen hatte.  Er gibt mir bereitwillig die Adresse des Handwerksbetriebs, wo diese hergestellt  werden, wir sollen schauen, ob wir nicht direkt dort kaufen könnten.

Wir sind etwas verwundert, dass er uns nicht seine Ware verkaufen möchte.  Seine Ware sei konfektioniert und bereits verkauft, das Ganze würde nun eingepackt und nach Europa verschifft.

Er würde aber gerne mit uns ins Geschäft kommen. In der Annahme dass wir hier jetzt weg gehen wollten, weil man uns doch die Hölle heiss gemacht habe, offeriert er uns Gratisflüge zurück in die Schweiz.  Im Gegenzug sollten wir in unserem Gepäck besonders wertvolle Waren mitnehmen und diese in  Zürich  dem Adressaten persönlich vorbeibringen.  Um was es sich denn dabei handle, fragen wir bewusst naiv? Er zeigt uns zwei schön eingenähte etwa Zigarrenschachteln grosse Päckchen.  Es gibt jetzt zwei mögliche Fragen für uns: “Was ist drin?” oder: “Wo sollen wir das abgeben in Zürich?” Doris entscheidet sich für die zweite Frage, weil das unsere Naivität eher unterstreicht, wie die Frage nach dem Inhalt.

Bei dem bekannten Starfriseur (den hatte uns doch schon der Schweizer als Hauptumschlagsplatz für Drogen genannt) ganz in der nähe vom Bellevue-Platz.

Alles klar”, wir werden uns das überlegen, “klingt verlockend das Angebot mit den Flügen.”  Die halten uns ja wirklich für komplett naiv. Wir erwähnen nicht, dass wir demnächst weiterfahren werden. Wir verabschieden uns freundlich, und sind einfach nur erstaunt ob der Dreistigkeit.

So langsam dämmert es uns, das scheint ein abgekartetes Spiel zu sein. Die Jungs, die die Scheibe eingeschlagenen haben und der Plattfuss und das durchtrennte Kabel am Motorrad, das wurde von den beiden, dem Schweizer und dem Deutschen veranlasst!

Die haben den Ort fest im Griff. Sie versorgen die Dorfjugend mit Drogen, dafür müssen die machen, was die Zwei wollen. Zum anderen ist die Polizei geschmiert und wenn man sich als Tourist auf die Angebote der beiden einlässt, zum Beispiel das Visum mit Schmiergeld zu ergattern, wird man wahrscheinlich auch von der Polizei erpresst.  Das Ziel war, von Anfang an, uns den Aufenthalt so madig zu machen, dass wir hier nicht mehr bleiben wollten. Die Krönung wären dann die Gratisflüge gewesen, die wir ja dankend annehmen würden, weil wir hier so schnell wie möglich weg wollen.

Das erklärt auch, weshalb die beiden Jungs so verdattert waren, als wir sie zur Rede gestellt hatten. Die wollten uns gar nichts Übles antun (naja), die haben das im Auftrag getan! Der Schweizer wusste ja schon bevor wir mit ihm gesprochen hatten, von der Vorfällen und er hatte uns angedroht, dass es noch schlimmer werde.  Es löst sich alles auf und wir erkennen wie viel kriminelle Energie in den Beiden steckt.

Und niemals wären wir so naiv gewesen zu denken, dass Drogenhändler vor irgend etwas zurückschrecken würden. Die hätten uns glatt auf gut Glück mit je einem Kilo Heroin im Gepäck in die Schweiz abgeschoben!

Schachspiele

Bevor wir endgültig aufbrechen kaufen wir noch diese wunderschönen Schachspiele. Die Adresse, die wir vom Deutschen erhalten hatten,  ist gut und man empfängt uns wie so oft mit Tee und Kardamom, offenen Armen und einem Lächeln. Wir kaufen mehrere kleine Reiseschach, diese sind aus  Palisander, die Figuren aus Ebenholz und Knochen geschnitzt.

Schachspiel (Reiseschach)
Schachspiel (Reiseschach)

Die grösseren Spiele sind wunderschön, die Figuren sind aus aus Sandel- und Ebenholz geschnitzt.

Schachfiguren aus Sandel- und Ebenholz
Schachfiguren aus Sandel- und Ebenholz

Wir wollten nach der Rückkehr einen Laden mit indischem Kunsthandwerk aufmachen, oder die Sachen am Flohmarkt verkaufen, wie auch immer. Wir haben je 10 von den Schachspielen gekauft zu den grossen Figuren noch 10 Schachretter mit wundervollen Intarsien.  (Die sind noch zu haben, unterdessen schon fast antik).

Wir haben zig Pakete verpackt, eingenäht und in die Schweiz geschickt, das letzte Paket, war das mit den Schachspielen.

Ostern

Seit einer Woche steht Ostern vor der Tür. Hier in Calangute verheisst das nichts Gutes. Schon die ganze Woche wird getrommelt und vor allem posaunt. 24 Stunden lang seit einer Woche. An Karfreitag ist der Höhepunkt erreicht.  Weissgekleidete Männer mit roten Überhängen tragen einen offenen Sarg aus der Kirche durch den Ort und wieder zurück. Darin liegt wohl Jesus Christus, dahinter schreiten die Trommler und Posaunenbläser.  Es ist nicht nur laut, es ist schräg, es ist grottenfalsch und es ist grotesk. Dieser Sarg mit den Männern und dieser ohrenbetäubende Lärm sind die Karfreitagsprozession.


Fortsetzung

Ab jetzt werden wir unterwegs sein. Wir verlassen Goa und beginnen unsere Reise durch Indien mit dem Motorrad.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinen Leserinnen und Lesern für die Treue.

Ich wünsche Euch frohe Festtage und Frohe Weihnachten

Corinne Heitz


Wer gerne weiterliest, sollte sich bitte in der rechten Spalte eintragen, um regelmässig informiert zu werden, wenn ein neuer Beitrag erscheint. Vielen Dank! 😉

Auch über Kommentare zu meiner Erzählung würde ich mich sehr freuen 🙂


 

4 Antworten auf „Indien Teil 23 Vor der Abreise“

  1. Liebe Corrine.
    Vielen Dank für deine aufgeschriebenen Gedanken durch dieses Land. Es erfreut mich jedes mal deine Kurzgeschichten zu lesen. Gott sei Dank war es diesmal länger.
    Wünsche dir noch frohe Weihnachten.
    Lg Karin

  2. Thank you for the fascinating articles.
    Have a Merry Christmas🎄 and a Happy New Year 🍾🥂.
    I have to cook a Malaysian or ceylonese curry for you sometime. 🥥🥘🍚
    Looking forward to the next installment.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.