Indien Teil 33 letzte Tage in Udaipur

Lesezeit: 4 Minuten

Ausflug ins Grüne

Mit den Künstler-Freunden fahren wir heute mit den Motorrädern ins Umland von Udaipur. Immer wieder halten die Freunde an und zeigen auf dies und das. Traurig und etwas amüsiert sind wir immer dann, wenn sie uns erzählen, dass dies ein grosser Wald  sein soll, wo früher Tiger lebten und die berühmten Jagden der Maharadjas stattgefunden hatten.

Heute stehen nur noch wenige Büsche, wenn auch dicht und unwegsam. Die Wälder wurden grossflächig abgeholzt, um vor allem Palisander und  Ebenholz für viel Geld nach Europa zu verschiffen.  2002 war der indische Tiger sozusagen ausgerottet. Im Sariksa Nationalpark (Rajasthan) ist der Tiger unter Schutz gestellt.  Es gibt nur noch ganz wenige Exemplare, die Besucher bekommen meist nur Wildschweine und Pfauen zu Gesicht.

Eine gute Impression kann das Video unten geben.  Alleine schon die Fahrt, genau so muss man sich das vorstellen, wenn wir mit den Motorrädern und unseren Freunden Ausflüge unternommen hatten. (Den dichten Verkehr Richtung Delhi am Ende, gab es allerdings noch nicht).



Sahastra Bahu Tempel

Wir fahren weiter und kommen zu einem magischen Ort.  Die Sahastra Bahu Tempel liegen inmitten eines Sumpfgebietes, umgeben von Lotuspflanzen. Die Bauten stehen teilweise unter Wasser, es schaut aus wie eine versunkene Stadt aus einem Märchen.

Sahastra Bahu Temple (c) 1983 Corinne I. Heitz
Sahastra Bahu Temple (c) 1983 Corinne I. Heitz
Sahastra Bahu Temple (c) 1983 Corinne I. Heitz
Sahastra Bahu Temple (c) 1983 Corinne I. Heitz

Heute ist dieses Gebiet zum Glück trocken gelegt und die Tempelanlage restauriert worden.   Die Details und die ganzen Bauten sind von einer so unglaublichen Feinheit und Schönheit, dass es ein Jammer gewesen wäre, diese Tempel einfach untergehen zu lassen.

 

Detail Sahastra Bahu Tempel (c) 1983 Corinne I. Heitz
Detail Sahastra Bahu Tempel (c) 1983 Corinne I. Heitz

Ich habe ein sehr schönes Video gefunden, welches die ganze Pracht sehr gut darstellt:


Natürlich wollen die Jungs mit aufs Bild:

Doris und die Jungs beim Sahastra Bahu Tempel (c) 1983
Doris und die Jungs beim Sahastra Bahu Tempel (c) 1983
Corinne und die Jungs beim Sahastra Bahu Tempel (c) 1983
Corinne und die Jungs beim Sahastra Bahu Tempel (c) 1983

Während unseres Ausfluges gibt es immer wieder Tanz-und Gesangseinlagen des Jungen, der ganz rechts aussen sitzt. Er ist besessen von der Idee , ein grosser Filmstar zu werden und beim nächsten James Bond Film mitzuwirken. Und alle paar Minuten fragt er, ob wir ihn mitnehmen, wenn wir zurückfliegen in die Schweiz.

Wir fahren zurück nach Udaipur, bis dahin nehmen wir ihn mit.

Einkauf mit Überraschung

Wir gehen in den Laden der Künstler und kaufen ganz viel ein.  Wunderschöne Seidenmalereien, Miniaturen gemalt auf Bein, Mandalas und Vieles mehr. Wie lassen alles direkt in die Schweiz schicken und müssen nur noch am nächsten Tag das Geld (ca. 3000 Rupien) bei der Bank holen.

Zusammen  gehen wir alle zum Essen und lassen einen beeindruckend schönen Tag ausklingen. Es ist für uns der letzte Abend in Udaipur.

Der letzte Tag vor der Weiterreise beginnt.

Wir gehen zur Bank und heben  unser gesamtes Geld ab, einen Teil brauchen wir, um die Künstler zu bezahlen, den Rest für unterwegs.  Als wir die Schalterhalle verlassen, es ist kein Mensch zu sehen, greife ich reflexartig nochmals an meine Hosentasche, sie ist leer!

Ich rufe gleich ganz laut, man solle die Türen schliessen und schauen, wer das Geld gestohlen habe. Nichts passiert, es ist ja auch niemand da. Es ist uns absolut unerklärlich, wie das passieren konnte.  Niemand war  hinter mir, auch Doris hat niemanden gesehen und dennoch wurde mir das Geld sozusagen am Schalter aus der Hosentasche (Höhe Knie) gestohlen.

Was für eine blöde Situation, kein Geld mehr auf der Bank, das Abgehobene noch in der Bank geklaut, an dem Tag, an welchem wir weiter fahren wollen.

Was jetzt folgt, ist keine Werbung!

In weiser Voraussicht, hatte ich für den Härtefall eine Kreditkarte von American Express dabei.  Ich zeige diese am Bank-Schalter und man erklärt uns, wo das Büro von American Express sei. Wir gehen total gestresst dahin und sind ganz erstaunt, was wir da sehen. Es gibt Postfächer für die Kunden, sie lassen sich hierher die Post zusenden. An der Theke erkläre ich ganz aufgelöst, was passiert ist, der Mann von der Bank sei Zeuge und zeige den Abhebungsbeleg.

Gar kein Thema, meint die nette Dame, ich muss meinen Pass vorlegen, sie tätigt zwei Telefonate und teilt mir lächelnd mit: “Sie haben mit der Karte eine Bargeldversicherung von bis zu 10’000 US$ abgeschlossen“. Sie lässt sich den Beleg von der Bank nochmals zeigen, fotokopiert diesen und zahlt mir den vollen Betrag von 5500 Rupien in bar aus. Zusätzlich erhalten wir 500US$ in traveller Checks, was in Indien ein halbes Vermögen ist, zur Sicherheit für einen weiteren Notfall ausgehändigt. Die Checks und einen Beleg muss ich unterschreiben: Fertig!

Wir sind baff, vor allem über das Tempo dieser Aktion. Nach 6 Monaten in Indien ist man so etwas absolut nicht mehr gewöhnt. Mit 500 US$ extra, hat sich das ja richtig gelohnt! Ich bin mir relativ sicher, dass das heute nicht mehr so gehandhabt wird.

Zurück beim Hotel bepacken wir das Motorrad und fahren ein letztes Mal zu unseren Freunden. Wir zahlen die Jungs (ohne ihnen von dem Diebstahl zu erzählen) und verabschieden uns. Der Kleine gibt uns nochmals eine Tanz- und Gesangseinlage und fährt mit seinem Motorrad einen Stunt aus James Bond nach.

Sie hoffen, dass wir bald zurückkämen, Doris und ich wissen, das würde wohl niemals der Fall sein. Ein bisschen sind wir traurig, freuen uns aber auf die Weiterfahrt.

Das nächste Ziel ist Jaipur und danach geht es Richtung Hauptstadt Delhi.

 

 


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Fortsetzung

Ein Ausflug mit unseren Freunden in des Umland von Udaipur und wir werden bestohlen.

Den ganzen Reisebericht beginnen hier: Teil 1


 

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Auch über Kommentare zu meiner Erzählung würde ich mich sehr freuen 🙂

 

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