Indien Teil 38 Adieu Delhi

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Adieu Delhi

Die letzten Tage in Delhi verbringen wir mit Warten.

Ich hatte endlich jemanden in Bombay erreicht, um mitzuteilen, dass wir die Pässe abholen und man diese nicht mehr auf die Post bringen solle. Die lapidare Antwort: “Wir warten schon auf Sie, wir hatten nie vor, Ihnen die Pässe mit der Post zu schicken”. Ja super, wir haben wochenlang in Delhi gewartet und jetzt diese Antwort.

Wir buchen uns Inlandflüge von Delhi nach Bombay und bereiten alles vor. Die Sachen, die wir unterwegs noch gekauft hatten, werden verpackt und in die Schweiz geschickt. Alles, was wir nicht mehr brauchen, verschenken wir auf der Strasse.

Die Pakete in die Schweiz müssen in Leinen eingenäht werden, wofür ich Stunden benötige, während Doris die frisch gekauften Lungis anprobiert.

 

Corinne 1983 in Indien
Corinne 1983 in Indien

 

Doris 1983 in Indien
Doris 1983 in Indien

 

Unser ganzes Geld bringen wir zu American Express, um es irgendwo wieder abheben zu können, wenn wir es brauchen. Wir lassen uns Travellerschecks in US-Dollar geben, damit wir Flug und Weiterreise finanzieren können.

Er bewacht den Bankeingang, Delhi (c) 1983 Corinne I.Heitz
Er bewacht den Bankeingang, Delhi (c) 1983 Corinne I.Heitz

Arzt

Uns geht es nicht gut, wir beschliessen vor der Weiterreise, einen Arzt aufzusuchen. Es ist wie bei den Juristen und Notaren. Der Arzt sitzt unter den Arkaden auf einem kleinen Holzpodest, wer zu ihm möchte, steht an und wartet, bis er einen dran nimmt.  Ich komme zuerst dran, sage ihm, dass ich mich krank fühle und Bauschmerzen habe.  Er schaut mir tief in die Augen, zieht an meinem Augenlid und erklärt mir, dass ich Würmer habe. Er reicht mir ein Rezept, damit soll ich in die Apotheke um die Ecke.  Doris widerfährt die exakt gleiche Prozedur. Erstaunt sind wir über nichts mehr und holen uns zum x-ten Mal ein Wurmmittel.

Bombay zum Zweiten

Mit etwas ungutem Gefühl treten wir den Flug nach Bombay an. Wird man unsere Pässe sehen wollen?

Unglaublich: Wir marschieren einfach durch, keine Polizei, keine Wachen. Wir haben nur noch einen kleinen Koffer Handgepäck mit dem Allernötigsten.

Wieder landen wir in Bombay. Diesmal nehmen wir uns sofort ein Taxi und fahren direkt in die Innenstadt und suchen uns eines der besten Hotels an der Hafenmole. Wir haben genug von Indien, genug von Dreck und Gestank.

In einem guten Hotel zu wohnen ist ein Bisschen Luxus nach all den Monaten der Entbehrung.  Auch gibt es hier richtiges und gutes Essen.

Wir holen am nächsten Tag an der vereinbarten Adresse unsere Pässe ab, ist gar kein Problem. Was hatten wir uns Sorgen gemacht!

Nun fällt die endgültige Entscheidung:

Wir brechen die Reise ab und kehren zurück in die Schweiz.

Doch zunächst müssen wir nach Goa zurück, dort haben wir noch Gepäck und Doris’ Gitarre. Wir überlegen uns, wie wir dorthin reisen wollen. Die Fähre ein weiteres Mal zu nehmen ist absurd, das machen wir auf keinen Fall nochmals.  Mit dem Bus zu fahren, kommt überhaupt nicht in Frage, nachdem wir so viele Busunglücke gesehen hatten und wissen, dass die Fahrt von Bombay nach Goa die Hölle ist. Es bleibt nur der Flug von Bombay nach Panjim.

 


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Fortsetzung

Den ganzen Reisebericht beginnen hier: Teil 1


 

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