Indien Teil 7 Mapusa

Lesezeit: 3 Minuten

Mapusa

 

Gleich morgens, nach unseren -schon fast traditionellen- frischen Brötchen vom Bäcker mit dem Fahrrad,  gehen wir hoch zum Dorfzentrum. Neben der Kirche fahren die Busse in viele Richtungen los.

Wir nehmen den Bus nach Mapusa (gesprochen Mapsa). Der Name kommt von “Map”, was in Konkani, einer der ältesten indogermanischen Sprachen, soviel wie “Mass” oder “messen” heisst.

Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde und bringt uns ca. 10 Kilometer ins Landesinnere. Zu sehen gibt es nicht viel, ausser  streunende Hunde, die alleine oder auch in Rudeln unterwegs sind.  Mit diesen Hunden gibt es Probleme. Im Winter kommen aus den Wüsten Rajasthans Schakale bis hierher und übertragen vor allem die Tollwut auf die Hunde. Ich werde an anderer Stelle nochmals auf die Hundeproblematik zurückkommen.

Markt

Wir kommen in Mapusa an. Der Bus hält direkt beim Markt.

Vor uns liegt in gleissendem Sonnenlicht ein spektakulär buntes Treiben.  Neben der Bushaltestelle wird ein Wasserbüffel feilgeboten, die Kuh hat soeben ein Kalb geworfen.

Wasserbüffel
Wasserbüffel mit Kalb 1983 (c) Corinne I. Heitz

Damit die Wasserbüffel “schön” ausschauen, werden sie mit schwarzer Schuhcreme eingerieben und ihre Hörner werden knallrot bemalt.

 

 

Überall gibt es Gemüse in Hülle und Fülle.  An einem Stand schauen wir zunächst interessiert zu, bis wir verstehen, was da verkauft wird. Nur Männer kommen dahin, sie legen eine Rupie hin und erhalten eine -in ein Blatt eingewickelte- Nuss.  Es handelt sich um Betelnüsse, verpackt im Betelblatt. Dieses wird in den Mund gesteckt und wie Kaugummi gekaut. Die Betelnuss

Betelnussverkäufer
Betelnussverkäufer in Mapusa 1983 (c) Corinne I. Heitz

verfärbt die Spucke rot. Doris und ich schauen uns an.. ach so: Wir dachten die würden alle Blut spucken! Uns war das schon in Bombay aufgefallen, dass es viele spuckende Männer gibt, wir dachten, die seien alle krank.

 

Heiler

Hier sitzen auch Heiler aller Couleur und bieten ihre Dienste an. Was da alles zu sehen ist! Die einen haben Fläschchen und Flaschen mit vielen verschiedenen Inhalten. Teile von Tieren oder

Heiler
Heiler in Mapusa 1983 (c) Corinne I. Heitz

auch lebende Echsen werden uns entgegengestreckt.  Das Ganze wirkt etwas gruselig und letztendlich sind wir froh, als wir die gesuchte Apotheke auch noch finden. Ich kaufe grosse Vorräte an Verbandmaterial, Gaze und Heftpflaster, so wie Desinfektionsmittel.  Hier gibt es auch alles für die Körperhygiene. Was es nicht gibt, sind Zahnbürsten!

Problem Essen

Sowie mit dem Wasser haben wir auch mit dem Essen Probleme. Nur auf einem Kerosinkocher zu kochen ist nicht einfach.

Markt in Mapusa 1983 (c) Corinne I. Heitz

Unsere Versuche in Restaurants zu essen, sind kläglich gescheitert.  Was auf der Karte “Chattu Bironi” genannt wird und Chateaubriand vorzugeben  scheint, ist entweder eine durchgegarte Schuhsole oder gar komplett vergammeltes altes Fleisch.

Bei den Strassenhändlern bekommt man zwar Alu Samosa, das sind mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen,  diese werden jedoch in Öl frittiert und auf Dauer sind sie nicht sehr zuträglich für unseren Magen.

Wir kaufen Gemüse, Obst und Reis auf Vorrat. Auch Süsskartoffeln und Kochbananen erhalten wir hier auf dem Markt.  Selbst hier gibt es kaum Wasserflaschen zu kaufen, wir nehmen 2 mit und sind somit für den Tag versorgt.

Voll bepackt nehmen wir den Bus zurück nach Calangute.

Bei unserem Haus angekommen, werden wir schon erwartet. Der Fischer kommt zum Verbinden, ein Kind hat sich den Kopf gestossen und braucht ein Pflaster. Endlich kann ich Doris’ Hand auch wieder frisch verbinden. Es sieht sehr gut aus, es hat sich rosa Haut gebildet, die flächendeckend die Wunde ohne zusammenzuziehen schliesst.  Wir lassen den Verband weg und gehen zum Strand, kühlen uns kurz im Meer ab und ich hoffe, dass das Salzwasser die Hand von Doris nun gänzlich heilen würde.

Wir kochen Reis mit Gemüse im einzigen Topf, was sich dann wohl “Eintopf” nennt. Den Reis spucken wir sofort wieder aus, er ist voll gespickt mit Steinchen! Wir fischen das Gemüse raus und essen noch Wassermelonen, Mangos und Papaya.

Wir können definitiv bleiben!

So sind wir nun ganz entspannt und vor allem auch gespannt, was uns hier in den nächsten Wochen noch alles erwarten wird.

Fortsetzung

Den ganzen Reisebericht beginnen hier: Teil 1


Für alle, die auf dem Laufenden sein wollen -> rechts unten E-Mailadresse  eingeben und bestätigen (2. Spalte).  Natürlich sind die Daten sicher: Datenschutz


Bitte macht diesen Blog bekannt, indem ihr meine Geschichte auf Social Media teilt , Danke! Namaste!

WERBUNG



Eine Antwort auf „Indien Teil 7 Mapusa“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.