Das Meer
ist unsere tägliche Freude. Stundenlang gehen wir dem langen Sandstrand entlang und täglich schwimmen wir. Die Wellen sind oft reissend und auch ziemlich hoch. Immer wieder sehen wir Fische in den Brechern über uns. Endlich können wir sie erkennen… ja es sind Haifische, so klein, wie die vor unserer Türe morgens. Nur wir haben bemerkt, dass diese von Tag zu Tag etwas grösser werden – die vor der Türe und die im Wasser!
Das Meer
ist der Ort, wo es wirklich auch mal still ist. Ausser uns sind nur ganz wenige Touristen, vor allem Touristinnen hier. Manchmal liegen sie am Strand, mehr sehen wir nicht von ihnen.
Am Wochenende wechselt die Szene komplett. Es kommen Busse aus Bombay an, mit vielen Männern. Diese gehen zum Strand und tun vornehmlich drei Dinge.
- Sie trinken Unmengen an Portwein! In Bombay, ich hatte das kurz erwähnt, ist der Alkoholkonsum nur unter bestimmten Voraussetzungen und in besonderen geschlossenen und mit besonderer Erlaubnis zu betretenden Räumen erlaubt. Hier dürfen sie trinken bis zum Umfallen, was sie auch tun.
- Sie starren die Touristinnen an. In fast ganz Indien sind nackte Beine tabu,ein entblösster Busen hingegen ist nichts Besonderes. Hier liegen die westlichen Touristinnen, bis auf einen Bikini, unbekleidet am Strand. Um die nackten Beine zu sehen und Alkohol zu trinken, fahren die Männer aus Bombay extra hierher. An den Wochenenden haben wir immer unsere langen Hosen an und meiden den Strand!
- Sie gehen schwimmen, die Männer aus Bombay, in ihren weissen Kleidungsstücken! Die Wellen sind hoch, ebenso der ungewohnte Alkoholspiegel und, die Inder können nicht schwimmen. So kommt es, dass jedes Wochenende mindestens drei bis vier von ihnen ertrinken.
Doris erinnert sich, dass das Touristinnen Angaffen gar so weit geht, dass wir eines Tages beim Schwimmen von einem Armee-Helikopter umkreist werden. Der Hubschrauber kommt immer tiefer zu uns an die Wasseroberfläche bis wir die beiden Piloten hören können. Sie möchten mit uns zum Nachtessen gehen.
Der Fang 1
Eines Morgens hören wir viel Geschrei und alle rennen zum Strand. Auch wir wollen sehen, was los ist. Die Fischer haben einen grossen Fang gemacht. Es handelt sich um einen lebendgebährenden Fisch, der wohl während der Geburt gefangen werden konnte. An einem Seil wurde er an den Strand gezogen. Als wir ankommen,

lebt er noch. So ist das eben hier, das Töten findet langsam statt. Das haben wir leider auch auf dem Markt erlebt, wenn Schweine geschlachtet werden, dauert es ewig, bis die Kehle durchtrennt ist. Man müsste das diesen Menschen mal beibringen!
Als der Fisch endlich tot ist, wird er aufgeschlitzt und im Inneren finden sich ganz viele kleine Fische, diese werden an alle Familien verteilt, auch das Fisch wird zerlegt; wenigstens das!
Der Fang 2
An einem der nächsten Tage bringt unser nachbarlicher Fischer wieder etwas Besonderes nachhause. Es ist eine sehr grosse Meeresschildkröte. Wir versuchen alles, damit das Tier zurück ins Meer gebracht würde. Wir erklären, was Artenschutz sei, dass diese Schildkröte ins Wasser gehöre und nicht in den Kochtopf. Die Schildkröte wird an einem Bein festgebunden und an einem grossen Pflock befestigt. Oh je, das müssen wir uns jetzt mehrere Tage lang ansehen. Wir sitzen nicht mehr vor dem Haus abends, dieses Elend

können wir nicht verkraften. Eines Morgens sehen wir es, das Tier wurde getötet. Der blutige Panzer liegt im Sand und die Raben räumen auf. Auf dem Bild sieht man noch den Panzer, auf welchem die Raben sitzen.
Aus dem Kochtopf kommt ein ganz widerlicher Geruch zu uns. Während 2 Tagen kocht die Schildkröte in dem Topf und die ganze Umgebung stinkt unerträglich nach diesem Essen. Unsere wildeste Befürchtung wird wahr!

Wir sitzen abends wieder auf der Terrasse und unsere Nachbarinnen kommen freudestrahlend zu uns hinüber. In der Hand haben sie zwei Schüsseln!
Wir erhalten als Zeichen der Freundschaft etwas von dem Schildkrötenfleisch.
Wie es so üblich ist, bleiben die Nachbarinnen bei uns sitzen und warten, bis wir probieren. Doris und ich nehmen unsere ganze Kraft zusammen und stecken einen Happen in den Mund. Ich merke, wie sich mein Magen zusammenzieht. Es schmeckt genauso, wie es vorher gestunken hatte.
Einheitlich versuchen wir zu lächeln und nicken zu und bedanken uns, stellen die Schüsseln weg und sagen: “later”.
“Later” hat Shiva etwas Feines zu essen bekommen.
Ich habe heute noch diesen Geruch in der Nase!
Wie es heute sein mag, hatte jemand gefragt. Hier ein Auszug aus einem Reiseführer. Ich glaube, es hat sich nichts geändert, nur dass mehr los ist und noch mehr Leute dort leben.
Calangute Beach
Als „Königin der Strände” wird der Calangute Beach bezeichnet, der nach dem gleichnamigen, am Meer gelegenen Ort benannt ist. Hier findet man nicht nur nette Restaurants und gemütliche Kneipen, sondern auch Hotels, Souvenirgeschäfte, Reisebüros und eine kleine Bibliothek. Vor allem nachts herrscht hier reges Treiben, wenn die Bars und Strandhäuser, in denen jeden Abend Partys veranstaltet werden, ihre Türen öffnen.
Quelle: Franks Travelbox
Den ganzen Reisebericht beginnen hier: Teil 1
Lady Curzon Suppe galt auch mal bei uns als Delikatesse bis dies verboten wurde.
Liebe Jutta, ja aber das ist im Vergleich dazu, was wir dort probieren mussten, wirklich essbar gewesen, wenn auch im Nachhinein nicht ethisch vertretbar.